Oder scheint das nur so?
Fledermäuse werden oft als mysteriöse und faszinierende Tiere angesehen. Doch neben ihrer nächtlichen Lebensweise und ihrer Assoziation mit Höhlen und Dunkelheit haftet diesen Tieren ein hartnäckiger Mythos an: Fledermäuse seien angeblich blind. Diese Überzeugung ist so weit verbreitet, dass sogar Redewendungen wie „blind wie eine Flattermaus“ diese Idee verstärkt haben. Doch wie sieht die Realität aus? Sind Fledermäuse wirklich blind? Die kurze Antwort lautet: Nein, absolut nicht.
Was wissen wir über den Sehsinn von Fledermäusen?
Obwohl Fledermäuse vor allem für ihre Fähigkeit bekannt sind, sich mittels Echolotung zu orientieren, besitzen sie auch voll funktionsfähige Augen. Tatsächlich können viele Fledermäuse hervorragend sehen.
- Tag- und Nachtfledermäuse: Einige Fledermausarten, wie zum Beispiel fluchtfressende Fledermäuse, haben ein gutes Sehvermögen, das ihnen beim Finden von Früchten und Blumen hilft. Sie können sogar Farben unterscheiden und sehen bei schlechten Lichtverhältnissen oft besser als Menschen.
- Im Dunkeln navigieren: Fledermäuse, die Insekten fangen, verlassen sich stärker auf Echolotung als auf ihre Sehkraft, aber das bedeutet nicht, dass ihre Augen nutzlos sind. Sie nutzen ihr Sehvermögen zur Unterstützung, besonders bei der Orientierung über längere Strecken.
Wie funktioniert die Echolotung?

Fledermäuse sind berühmt für ihre Echolotung, eine Fähigkeit, bei der sie Laute ausstoßen und den Echoen lauschen, die von Objekten in ihrer Umgebung zurückgeworfen werden. Dies versetzt sie in die Lage, ihre Beute mit extrem hoher Präzision zu orten, selbst in völliger Dunkelheit. Die Echolotung ersetzt jedoch nicht ihren Sehsinn, sondern dient vielmehr als ergänzende sensorische Fähigkeit.
Woher stammt der Mythos?
Der Mythos, Fledermäuse seien blind, rührt wahrscheinlich daher, dass sie oft in völliger Finsternis aktiv sind und ihre Echolotung beeindruckend effektiv funktioniert. Da Menschen hauptsächlich auf ihr Augenlicht vertrauen, mag es so wirken, als wären Fledermäuse in der Dunkelheit „blind“. Diese Vorstellung wurde durch Kultur, Literatur und Sprichwörter verstärkt, entbehrt jedoch jeglicher wissenschaftlicher Grundlage.
Warum sind Fledermäuse so besonders?
Fledermäuse sind unglaublich vielfältige und nützliche Tiere. Es gibt über 1.400 Fledermausarten, die eine wichtige Rolle in Ökosystemen spielen:
- Insektenbekämpfung: Viele Fledermäuse fressen große Mengen an Insekten, darunter Mücken und Landwirtschaftsschädlinge. Dadurch tragen sie zur natürlichen Schädlingsbekämpfung bei.
- Bestäubung: Fruchtfressende Fledermäuse bestäuben Pflanzen wie Bananen, Mangos und Agaven (aus denen Tequila hergestellt wird).
- Samenverbreitung: Sie verbreiten Samen von Früchten, was bei der Wiederaufforstung hilft.
Was können wir von Fledermäusen lernen?
Der Mythos, dass Fledermäuse blind sind, erinnert uns daran, wie leicht falsche Annahmen entstehen können. Indem wir mehr über diese faszinierenden Tiere erfahren, gewinnen wir nicht nur ein besseres Verständnis für ihre einzigartigen Eigenschaften, sondern erkennen auch ihren Wert für die Natur an.
Fazit
Fledermäuse sind alles andere als blind. Ihre Augen funktionieren einwandfrei und werden durch ihre phänomenalen Echolotungsfähigkeiten perfekt ergänzt. Indem wir diesen Mythos entkräften, können wir diese außergewöhnlichen Tiere noch mehr schätzen. Wenn also das nächste Mal jemand sagt „blind wie eine Flattermaus“, weißt du es besser!





